Inklusionskonzept – Stand April 2012


1. Schuldarstellung    
Die Katholische Offene Ganztagsgrundschule Wilhelm-Schreiber-Straße in Köln-Ossendorf ist eine Grundschule in einem Stadtteil mit sozialem Erneuerungsbedarf. Sie wird zurzeit von 230 Kindern in 10 Klassen besucht, von denen circa 65 % einen Migrationshintergrund haben. Das Kollegium umfasst 16 Lehrerinnen und Lehrer, von denen eine Kollegin eine Förderschullehrerin und eine Kollegin eine Lehrerin für die Herkunftssprache Türkisch ist. Seit dem Schuljahr 2005/2006 ist unsere Schule eine Offene Ganztagsgrundschule mit dem Träger „Netzwerk e.V.“ 153 Schülerinnen und Schüler nehmen an dem Angebot des Offenen Ganztags teil. In unserem Offenen Ganztag arbeiten insgesamt 13 fest angestellte Kolleginnen und Kollegen, drei Honorarkräfte mit dem Studium der Förderschulpädagogik und drei Küchenangestellte. Ab Schuljahr 2012/13 wird es eine Fachkraft für Inklusion in der OGS geben. Darüber hinaus arbeiten seit dem 1. Januar 2012 eine Schulsozialarbeiterin und ein Schulsozialarbeiter mit insgesamt 39 Wochenstunden an unserer Schule. In unserem Schulprogramm sind die folgenden Leitideen verankert:

2. Ziel
Bisher mussten die Schüler und Schülerinnen, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt worden war, unsere Schule verlassen, da wir diesen Kindern nicht die Förderung zukommen lassen konnten, die sie benötigten. Dies war nicht immer zufrieden stellend für alle Beteiligten. So ist es ein Ziel für die Schulentwicklung unserer Schule, auch unseren Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf einen angemessenen Unterricht anzubieten – dies mit Hilfe von Sonderpädagogen. Dieses Ziel wollen wir langfristig erreichen, indem wir ab dem Schuljahr 2011/12 zunächst in einem 1. und in einem 2. Schuljahr jeweils ein Kind mit Förderbedarf aufgenommen haben. Für die folgenden Schuljahre wollen wir unsere Inklusionsschule weiter ausbauen. Wir sind bereit, Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Förderschwerpunkten im Rahmen unserer Möglichkeiten aufzunehmen. Um jedoch eine heterogene Klassenzusammensetzung zu gewährleisten, sollten in der Regel nicht mehr als 3 bis 5 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse sein. Darüber hinaus sollten davon in der Regel nicht mehr als zwei Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf (ES) in einer Klasse unterrichtet werden. Die Klassengröße einer Klasse mit Teilhabe sollte 20 Schülerinnen und Schüler nicht überschreiten.

 

3. Vorbereitung auf die Schule mit Teilhabe

Seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 besteht eine enge Kooperation mit der Förderschule für Lernen, Kolkrabenweg. Seit dieser Zeit unterstützt eine Kollegin der Förderschule das Kollegium unserer Schule in drei Wochenstunden. Seit Oktober des Schuljahres 2011/12 ist die Förderschullehrerin Lehrerin unserer Schule mit acht Stunden in der Teilabordnung. Das Kollegium hat sich durch diverse Fortbildungen auf ihre Aufgabe in einer Schule mit Teilhabe fortgebildet:

Am 31.5.2011 haben wir uns während einer Personalversammlung mit Prof. Andrea Platte über die Thematik „Inklusion“ weiter informiert. Am 7.6.2011 fand während einer LehrerInnenkonferenz eine lebhafte Diskussion zum Thema zusammen mit einem GU-Team aus der GGS Steinbergerstraße statt. Ebenso beantwortete Herr Michael Blatzheim am 21.6.2011 während einer LehrerInnenkonferenz viele weitere Fragen zur Thematik. Aufgrund dessen, dass seit Beginn des Schuljahres 2011/12 zwei Kinder mit abgeschlossenem AO-SF (je ein Kind in der 1. und 2. Jahrgangsstufe) in zwei Klassen mit Teilhabe lernen, gab es seit dem viele unterschiedliche Themengespräche mit unterschiedlichen Besetzungen. Im Oktober 2011 hat die Schulkonferenz der Schule den einstimmigen Beschluss zu einer Schule mit Teilhabe gefasst. Im November 2011 haben uns die Inklusionsbeauftragten für die Stadt Köln, Frau B. Steuer und Herr M. Blatzheim während einer LehrerInnenkonferenz „Konzeptentwicklung Inklusion“ unterstützend beraten. Aus dieser Konferenz sind drei wichtige Steuergruppen hervorgegangen, die sich intensiv mit der Förderdiagnostik und Förderplanung, mit der Unterrichtsorganisation und dem Raumkonzept auseinandersetzen. Seit November 2011 werden wir darüber hinaus von einem Moderatorenteam der Montagstiftung mit dem Index für Inklusion begleitet

 

4. Räumliche Bedingungen

Unser gesamtes Schulgebäude verfügt über 4 Treppenhäuser. Über jedes Treppenhaus sind im 1. und 2. Stockwerk 4 Räume (davon einige mit angegliederten Gruppenräumen) zu erreichen. Es gibt Jahrgangstreppenhäuser, in denen jedem Jahrgang ein Treppenhaus zugeordnet wird. Auf diese Weise bleibt jede Klasse über die gesamte Grundschulzeit mit den Parallelklassen im gleichen Treppenhaus. Da die Jahrgänge unterschiedlich groß sind, also zwischen 2 und 3 Klassen schwanken, kann nicht jeder Jahrgang über die gleichen Raumkapazitäten verfügen: so ist die Raumaufteilung in zweizügigen Jahrgängen großzügiger. Alle 4 Räume werden als Klassen- bzw. Gruppenräume genutzt. In der Einrichtung der Jahrgangstreppenhäuser sehen wir folgende Vorteile: Einfache Orientierung für Kinder; Vereinfachung der Organisation von Förderbändern (siehe Punkt 8), Differenzierungsmaßnahmen, klassenübergreifende Arbeitsformen; alle OGS-Kinder eines Jahrgangs können in ihrem Trakt betreut werden; Vereinfachung der Teamarbeit.

 

5. Personelle Bedingungen

Zurzeit unterrichten 16 Kolleginnen und Kollegen an unserer Schule. Eine dieser Kolleginnen ist eine Förderschulkraft, die im Schuljahr 2011/12 mit  8 Wochenstunden bei uns ist. Ab dem Schuljahr 2012/13 ist die Kollegin in das Grundschulkapitel unserer Schule mit ihrer Gesamtstundenzahl von 21 Wochenstunden versetzt. Darüber hinaus arbeiten seit Januar 2012 eine Schulsozialarbeiterin und ein Schulsozialarbeiter mit insgesamt 39 Unterrichtsstunden in unserer Schule. Aus unserer Schülerschaft haben wir insgesamt sechs Schülerinnen und Schüler gemeldet bzw. AO-SFs gestellt, die im kommenden Schuljahr zusätzlich zu den zwei Schülern, die es schon gibt, voraussichtlich in unterschiedlichen Klassen lernen werden. Bei den kommenden Erstklässlern für das Schuljahr 2012/13 gibt es zurzeit zwei Schüler, die in den ersten Schulmonaten genau beobachtet werden müssen. Hier muss geprüft werden, ob eventuell AO-SF-Anträge geschrieben werden müssen. Wir wünschen uns, dass wir in unseren Bemühen um die Teilhabe aller Kinder am bestehenden Schulsystem die dafür notwendige Gelingensunterstützung erhalten und uns bei Bedarf eine weitere Förderschulkraft zugeordnet wird.

 

6. Diagnostik

 

6.1 Schuleingangsdiagnostik

Bei der Anmeldung unserer Schulneulinge nach den Herbstferien nehmen alle kommenden Erstklässler an einem schulinternen Schulspiel teil. Dieses Schulspiel beinhaltet sowohl kognitive (sprachliche, mathematische, räumliches Denken, logisches Denken, Muster fortsetzen) als auch motorische Elemente (Stifthaltung, Umgang mit Schere). Kinder, die an Delfin 4 nicht teilgenommen haben oder bei denen auffällt, dass sie aufgrund ihrer Sprache nicht erfolgreich am Unterricht teilnehmen können, nehmen an Delfin 5 teil. Alle Kinder nehmen ebenfalls an der ärztlichen Schuluntersuchung teil.

 

6.2 Übergang zwischen KiTa und Grundschule

Es gibt seit einigen Jahren eine enge Kooperation mit den umliegenden Kindertagesstätten in der Form, dass Grundschule und KiTas sich viermal jährlich bei Kooperationstreffen mit ausgewählten Themen austauschen. Seit Oktober 2010 erprobt die Grundschule zusammen mit drei umliegenden KiTas die Bildungsgrundsätze als eins von insgesamt 66 Netzwerken in NRW mit dem Titel: Netzwerk KiTa und Grundschule – gemeinsam Bildung gestalten. Das Netzwerk hat sich die folgenden Ziele gesetzt:

Die Schwerpunkte unserer Arbeit im Übergang KiTa – Grundschule sind:

Die gemeinsame Arbeit wurde einem großen Kreis, bestehend aus den umliegenden  Grundschulen und Kindertagesstätten, als ein Angebot vorgestellt. Im November findet ein Workshop statt, zu dem u.a. Vertreter von KiTas, Grundschulen, KiTa-Trägern, dem Schulamt, der Jugendhilfe, der RAA sowie der Kath. Fachhochschule Köln und Kita & Co, Herford eingeladen werden.

 

6.3. Diagnostik während der Grundschulzeit

Die Diagnostik dient der Feststellung des individuellen Förderbedarfs sowie der individuellen Stärken! Die Ergebnisse aus der Diagnostik werden individuell mit den Schülerinnen und Schülern und mit den Personen, die an dem Lern- und Entwicklungsprozess beteiligt sind, besprochen (Teamsitzungen/s. Teamarbeit) und dienen als Basis für die Zusammensetzung der Förderbänder. Folgende Diagnostikverfahren stehen dem Klassenlehrer/der Klassenlehrerin zur Verfügung:

7. Individuelle Förderung

Alle Schüler und Schülerinnen unserer Schule werden nach ihren individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten optimal gefördert. Dieses Ziel will die Schule mit einem Förderkonzept erreichen. Das Förderkonzept umfasst zum einen den individuellen Förderplan mit seinen vertiefenden Fördermaßnahmen und die Förderarbeit in den Lerngruppen. Individueller Förderplan:

Förderarbeit in den Lerngruppen: Innere Differenzierung sowohl qualitativer als auch quantitativer Art Förderarbeit klassenübergreifend:

8. Unterrichtsorganisation

Momentan gibt es 10 Klassen (zwei 1. Schuljahre, drei  2. Schuljahre, zwei  3. Schuljahre, drei 4. Schuljahre). In den Jahrgängen 1 und 3 ist jeweils eine Klasse eine gebundene Ganztagsklasse, im Jahrgang 2 gibt es zwei gebundene Ganztagsklassen, die anderen Klassen setzen sich aus Ganztagsschüler/-innen und Nicht-Ganztagsschüler/-innen zusammen. Seit dem 2. Halbjahr 2012 beginnen wir den Schultag mit dem „Offenen Anfang“. Ab 8 Uhr (wird mit der Schulglocke angezeigt) befindet sich die Lehrkraft im Klassenraum, der somit „offen“ ist. Die Schüler gehen direkt vom Schulhof in den Klassenraum, es befindet sich keine Lehreraufsicht auf dem Hof. Um 8.15 Uhr zeigt eine weitere Schulglocke an, dass jedes Kind sich nun im Klassenraum befinden muss, ansonsten kommt es verspätet. Wir versprechen uns von der Einrichtung des „Offenen Anfangs“ einen ruhigeren und entspannteren Start in den Schultag. Sowohl Kinder als auch LehrerInnen können sich auf den Tag einstimmen – der ruhige Anfang bietet Platz für (klärende) Gespräche, kleine Fördermaßnahmen, Platz einrichten etc. (Gründe für den „Offenen Anfang“ sind ausführlich an anderer Stelle dargestellt.)

 

9. Teamarbeit

Unter Teamarbeit verstehen wir die Zusammenarbeit einer Gruppe von Personen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Teamarbeit ist inzwischen Merkmal unserer alltäglichen Arbeit und es kommen Personen aus unterschiedlichen Funktionsbereichen oder Disziplinen zusammen. So sind alle Mitarbeiter/-innen der KOGS Wilhelm-Schreiber-Straße in verschiedenen Teams eingebunden, um eine Vernetzung unterschiedlicher Bereiche (Schulleitung, LehrerInnen, OGS- MitarbeiteInnen, FörderschullehrerInnen, SchulsozialarbeiterIn) zu gewährleisten. Austausch, Informationsweitergabe, Absprachen und konzeptionelle/pädagogische Überlegungen sind Inhalte der Teams und notwendig, um die Förderung der Kinder zu gewährleisten. Informationen, Konzeptentwürfe, Vereinbarungen oder Überlegungen u.ä. fließen in eine Lehrer/-innenkonferenz und werden dort dem gesamten Kollegium vorgestellt und diskutiert. Am Konferenztag (dienstags) endet der Unterricht nach der 5. Stunde, so dass ab 12.45 Uhr die verschiedenen Teams tagen können. Um eine gewisse Routine und Planungssicherheit zu erlangen, ist es sinnvoll, dass möglichst viele Gruppen dienstags tagen:

Folgende Teams tagen außerhalb des Konferenzrasters (Ist- Stand): Konferenzraster am Dienstag

Raster:

1. Dienstag: 12:45 Uhr Gesamtkonferenz

2. Dienstag: 12:45 Uhr große Klassenteams

3. Dienstag: 12:45 Uhr Dienstbesprechung

4. Dienstag: 12:45 Uhr Jahrgangsstufenteams

 

10. Fortbildungsplanung

Nach einer Abfrage im Kollegium zu gewünschten Fortbildungen innerhalb der Thematik „Schule mit Teilhabe“ haben sich folgende Fortbildungen mit dem gesamten Kollegium herauskristallisiert:

(Die Reihenfolge der Fortbildungsthemen hat sich aus dem Interesse des Kollegiums ergeben.)

 

11. Inklusion OGS

Für das Schuljahr 2012/13 ist die Stelle einer Inklusionsfachkraft im Offenen Ganztag geplant. Um eine inklusive Schulkultur zu bilden, wird den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht nur ein angemessener Unterricht angeboten, sondern auch eine bedarfsgerechte und erfolgreiche Förderung im gemeinsamen Offenen Ganztag. Die mit Inklusion verbundenen Leitgedanken und Werte sind für das gesamte Schulleben maßgeblich. Zielsetzung ist, den Kindern Möglichkeiten und Freiräume zum individuellen Lernen je nach Förderbedarf zu eröffnen. Sie sollen Möglichkeiten erhalten, entwicklungsfördernde Erfahrungen zu machen. Vorhandene Stärken und Fähigkeiten sollen erkannt, erhalten und entwickelt werden. Dies soll das Bedürfnis nach Anerkennung befriedigen und zur Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls führen. Durch Ressourcen-Orientierung (Fähigkeiten, Fertigkeiten, Begabungen, Talente, Erfahrungen, Kenntnisse, etc.) Partizipation und „aktives“ Lernen sollen Wünsche, Interessen, Fähigkeiten und Ziele des Kindes beachtet werden. Sie sind wichtige Motoren, die die Entwicklung des Kindes antreiben. Mit Hilfe individueller Förderpläne, besonderer Fördermaterialien, Einzel- und Kleingruppenförderung, etc. wird versucht, den Bedürfnissen jedes Kindes mit Förderbedarf gerecht zu werden. Die ganz eigenen Lernziele und der individuelle Förderbedarf eines jeden Kindes werden im Austausch mit der Förderschulkraft, der Inklusionsfachkraft und des Klassenteams festgelegt. Pädagogische Schwerpunkte:

12. Kooperation mit der OGS

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und OGS besteht aus folgenden Elementen: